FAQ

Wer ist von der Juso-Steuer-Initiative betroffen? Und wie?
  • Für die untersten 10-15 Prozent würde sich nichts ändern, weil sie bereits heute keine Einkommenssteuern entrichten müssen.
  • Entlastet würden hauptsächlich jene Personen, die bereits heute von der sehr mittelstandsfreundlichen Besteuerung im Kanton Zürich profitieren.
  • Die obersten 10-15 Prozent der steuerpflichtigen Personen müssen die Steuererleicherung des Mittelstandes tragen und für die zusätzlichen Mehreinnahmen aufkommen.
Profitieren die Schwächsten tatsächlich von dieser Initiative?

Nein. Die untersten 10-15 Prozent der steuerpflichtigen Personen müssen bereits heute keine Einkommensteuern zahlen und können deshalb auch nicht von der Initiative profitieren. Auch Ergänzungsleistungen sind bereits heute steuerbefreit. Auch für diese Personen schafft die Initiative keine Verbesserungen.

Welchen Anteil leisten die verschiedenen Bevölkerungsschichten an die Einkommenssteuern?
  • Die oberen 8 Prozent der Steuerpflichtigen und die übrigen 92 Prozent teilen sich die gesamte Steuerlast je zur Hälfte.
  • Die obersten 1,5 Prozent der Steuerpflichtigen tragen mit 25 Prozent einen sehr hohen Teil der Einkommenssteuern.
  • Die untersten 75 Prozent der Steuerpflichtigen leisten ebenfalls 25 Prozent an die Steuereinnahmen.

Wie hat sich die Steuerbelastung während den letzten Jahren entwickelt?

Die Steuerbelastung für natürliche Personen ist in der Stadt Zürich zwischen 1994 bis 2014 deutlich gesunken. Für Personen mit tiefen Einkommen und für Familien wurden die Steuern deutlich stärker gesenkt als für Personen mit hohen Einkommen.

Ist die Verteilung der Steuerbelastung heute ungerecht?

Nein. Die Steuerbelastung im Kanton Zürich ist bereits stark progessiv. Personen mit geringen Einkommen bezahlen wenig Steuern, während die Höchststeuerbelastung (Bund + Kanton + Gemeinde + Kirche) bei sehr gut verdienenden Personen im Kanton Zürich auf bis zu 46,7 Prozent steigen kann.

Ist die Schere zwischen Arm und Reich ist aufgegangen?

Nein. Eine Studie der Universität Luzern (Tages-Anzeiger vom 1. November 2019) bestätigt, dass diese Aussage auf die Schweiz nicht zutrifft.

Treffen die Krankenkassenprämien untere Einkommensschichten härter als die Reichen?

Krankenkassen funktionieren nach dem Prinzip der Solidarität der Gesunden mit den Kranken – nicht nach der Solidarität der Reichen mit den Armen.

Deshalb werden Personen mit tiefen Einkommen mit Prämienverbilligungen unterstützt. Im Kanton Zürich sind diese zwischen 2005 bis 2016 von 1'982 Franken auf 2'524 Franken pro Haushalt angestiegen. Insgesamt hat der Kanton seine jährlichen Leistungen in diesem Zeitrum von 516 Mio. Franken auf 802 Mio. Franken erhöht.

Wie ist die Steuerbelastung in Zürich im Vergleich zu umliegenden Gemeinden?
Im Kanton Zürich wird der Mittelstand sehr moderat besteuert. Für Bruottoeinkommen (ledige, ohne Kinder) zwischen 25'000 bis 200'000 Franken liegt der Kanton Zürich im nationalen Vergleich in den Top 10, für Einkommen zwischen 35'000 bis 150'000 sogar in den Top 7.
Rechenbeispiel: ledig, keine Kinder, Kantons- und Gemeindesteuer, ohne Kirchensteuer; Die Bundessteuer ist separat ausgewiesen und wird zusätzlich zu den Kantons- und Gemeindesteuern fällig; Keine Abzüge für: Säule 3a, Einkauf Pensionskasse, Schuldzinsen, Unterhaltskosten für Liegenschaften
Werden die Reichen trotz Steuererhöhung im Kanton Zürich bleiben?

Nein. Bei hohen Einkommen gehört Zürich bereits heute zu den teuersten Kantonen. Die Erhöhung der höchsten Progressionsstufe von 13% auf 17% würde bei Personen mit hohen Einkommen zu einer Mehrbelastung von bis zu 30 Prozent führen. Die Differenz zu anderen Standorten steigt – und damit auch die Gefahr, dass ein Teil der sehr guten Steuerzahler den Kanton Zürich verlässt.

Dank der hervorragenden Erreichbarkeit von Zürich ist es problemlos möglich, in einem angrenzenden Kanton zu wohnen, und troztdem die Vorzüge von Zürich zu geniessen.
Beispiel: Nach Abschaffung der Pauschalbesteuerung haben innerhalb von zwei Jahren fast 50 Prozent der Betroffenen den Kanton Zürich verlassen. Dies zeigt, wie mobil Personen mit hohen Einkommen sind.